Was ist eigentlich Eiweiss?
Der umgangssprachlich verwendete Ausdruck Eiweiß wird im Folgenden durch den
Fachausdruck Protein ersetzt. Proteine sind aus Aminosäuren aufgebaute
Makromoleküle. Protein spielt eine entscheidende Rolle im Muskelaufbau - ohne
Protein kein Mus-kelaufbau. Des Weiteren hat Protein eine grosse Anzahl von
Aufgaben in unserem Körper. Es ist zum Aufbau und zum Erhalt der Körperzellen
notwendig und hilft bei der Heilung von Wunden.

Eiweißbedarf eines Kraftsportlers
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über Protein bestätigen, was für Bodybuilder
schon seit langem klar ist: Kraftsportler brauchen wesentlich mehr Protein als
Durchschnittspersonen, sprich Nichttrainierende. Die tägliche Proteinzufuhr von
Kraftsportlern und Bodybuildern sollte sicher zwischen 2.0 und 2.5 Gramm pro
Kilogramm Körpergewicht liegen. Auf einen 90 kg Athleten umgerechnet bedeutet
dies 180 bis 225 g Eiweiß pro Tag. Die zwei wichtigsten Gründe des Mehrverbrauchs
sind Reparatur und Wachstum. Wer hart trainiert, zerstört dabei Muskelgewebe. In
der nachfolgenden Ruhephase erholen sich die Muskeln. Und bei ausreichender
Regeneration passen sie sich auch an, aber ohne ausreichende Proteinzufuhr wach-sen
sie nicht.
Nahrungsmittel die Eiweiß enthalten
Eiweiß befindet sich in einer Vielzahl tierischer und pflanzlicher
Nahrungsmittel. Käse, Quark, Milch, Eier, Kartoffeln, Reis, Bohnen, Nüsse oder
Fleisch, Fisch und Geflügel sind geeignete Eiweißquellen. Leider werden gute
Eiweißlieferanten, wie beispielsweise Fleisch und Eier, von einem hohen Anteil
an gesättigten Fettsäuren, dem schädlichen Cholesterin und Purinen begleitet.
Gerade deshalb greifen Sportler und aktive Menschen, die bekanntlich einen
Mehrverbrauch an Protein verzeichnen, zur Ergänzung der 3 vollwertigen
Mahlzeiten auf Proteinpulverkonzentrate zurück, die weder Purine noch
Cholesterin enthalten. So ist der Athlet in der Lage, seinen Eiweißkonsum zu
steigern, ohne gleichzeitig vermehrt Fett aufzunehmen.
Proteinpulverkonzentrate als Nahrungsergänzung
Auf dem Markt werden zahlreiche Proteinpulverkonzentrate mit hoher biologischer
Wertigkeit angeboten. Von Sojaeiweiß, über reines Milcheiweiß (Casein) und Ei-klareiweiß
(Egg Protein) bis hin zum hochwertigen Molkeeiweiß (Whey Protein) ist alles zu
finden. Je nach Herstellungsverfahren und entsprechenden Kombinationen ist die
biologische Wertigkeit des Produktes steuerbar. Je höher dessen biologische
Wertigkeit ist, um so größer die Chance, daß der Körper zum Aufbau von
fettfreiem Muskelgewebe herangezogen wird. Aus diesem Grund sollte jeder
ernsthafte Athlet sich bei der Auswahl eines Poteinkonzentrates weder von seinem
Geldbeutel noch von seinen Geschmacksnerven leiten lassen.
Bei der Einnahme von Proteinpulver ist zu beachten, daß nur etwa 30 g auf einmal
eingenommen werden, da der menschliche Körper nicht mehr Eiweiß effektiv
verwerten kann. Deshalb sollte nie anschließend an eine Hauptmahlzeit noch ein
Proteinshake als Dessert hinuntergespült werden. Das Proteingetränk dient
vielmehr als Ergänzung der normalen Mahlzeiten, um dem Körper mehr oder weniger
kon-stant während dem ganzen Tag die notwendigen Aminosäuren bereitzustellen.
Aminosäuren
Aminosäuren sind die Grundbausteine von Proteinen und bestehen aus Kohlenstoff,
Wasserstoff und Sauerstoff. Aminosäureketten werden in Abhängigkeit von ihrer
Länge als Peptide oder Proteine bezeichnet. Aminosäureketten mit einer Länge von
unter ca. 100 Aminosäuren werden meist noch als Peptide bezeichnet, erst ab
einer größeren Ketten-länge spricht man von Proteinen. Bisher sind uns 20
proteinogene Aminosäuren bekannt, die direkt dem Aufbau von Proteinen dienen.
Diese Aminosäuren werden in die nachfolgend aufgelisteten 3 Gruppen aufgeteilt.
Die essentiellen Aminosäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden,
da sie der Körper nicht selbst herstellen kann. Diese essentiellen Aminosäuren
sind von Bedeutung für die biologische Wertigkeit der Proteine. Je ausgewogener
die Zusammensetzung der essentiellen Aminosäuren, desto hochwertiger ist ein
Protein.
- Isoleucin
- Leucin
- Lysin
- Methionin
- Phenylalanin
- Threonin
- Tryptophan
- Valin
Für Säuglinge gibt es weitere essentielle Aminosäuren, die im Kindes- und
Erwachsenenalter selbst hergestellt werden können und deshalb als
semi-essentielle Aminosäuren bezeichnet werden:
- Arginin
- Histidin
Als weitere Gruppe kennen wir die nicht essentiellen Aminosäuren, die im
Körper entweder direkt synthetisiert oder aus anderen Aminosäuren durch
Modifikation gewonnen werden:
- Alanin
- Asparaginsäure
- Asparagin
- Cystein
- Glutaminsäure
- Glutamin
- Glycin
- Prolin
- Serin
- Tyrosin
Die Wahrheit über Eiweissprodukte
Eiweiß ist nicht nur das Weiße vom Ei, das lediglich etwa 10 Prozent seiner
Gesamtmenge "echtes" Eiweiß enthält (sonst besteht es fast nur aus Fett und
Wasser), sondern eine Nährstoffgruppe, die chemisch und
ernährungswissenschaftlich als Protein bezeichnet wird. Der Begriff Protein
wurde von dem griechischen Wort "Proton" abgeleitet, das so viel bedeutet wie
"das Erste", "das Wichtigste".
In der großen Produktpalette an Sportnahrungsmitteln für Bodybuilder, Kraft- und
Fitness-Sportler machen die unterschiedlichen Arten von Proteinpulvern den
größten Anteil aus. Die Unterschiede liegen aber nicht nur in den verschiedenen
Geschmacksrichtungen der Produkte, wie manch ein Konsument glauben mag. Die
verwendeten Rohstoffe spielen eine wesentlich wichtigere Rolle und sind der
Grund für die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen den
Eiweißprodukten der einzelnen Anbieter. Im wesentlichen gibt es fünf
verschiedene Proteinarten, aus denen die heute erhältlichen Eiweißpräparate
hergestellt werden
Wheyprotein (Molkenprotein oder Laktalbumin
Zunächst ist das Wheyprotein zu nennen. Es besitzt mit 104 die höchste
biologische Wertigkeit aller Proteine. Nur durch Proteinmischungen lassen sich
noch höhere Wertigkeiten erzielen. Die Biologische Wertigkeit (BW) gibt an, wie
effizient ein Nahrungsprotein in körpereigenes Protein umgesetzt werden kann.
Hier gilt: Je höher die Zahl, desto besser. Je mehr lebensnotwendige Aminosäuren
(= Eiweißbausteine, die der Körper nicht selbst herstellen kann) das Protein
enthält und je ähnlicher die Aminosäuren-Zusammensetzung dem körpereigenen
Muster ist, desto hochwertiger ist das Eiweiß. Zur Bestimmung der Biologischen
Wertigkeit dient Volleiprotein als Referenzeiweiß mit einer BW von 100.
Neben der hohen Biologischen Wertigkeit verfügt Wheyprotein außerdem über
einen besonders hohen Gehalt an verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAAs =Valin,
Leucin und Isoleucin), die etwa ein Drittel des Muskelproteins ausmachen. Gerade
in der Regenerationsphase werden große Mengen dieser drei Aminosäuren gebraucht,
um im Training zerstörtes Muskeleiweiß wieder aufzubauen. Wheyprotein ist daher
ideal zur unmittelbaren Proteinversorgung nach dem Training.
Wheyprotein zeichnet sich außerdem durch eine rasche Resorption im
Magen-Darm-Trakt aus. So kommt es durch die schnelle Aufnahme zu einem
beschleunigten Einstrom von Aminosäuren ins Blut, die dann direkt für die
Proteinsynthese genutzt werden können. Dadurch hat Wheyprotein eine starke
anabole (muskelaufbauende) Wirkung im Körper, die zu den Zeitpunkten direkt nach
dem Training sowie früh morgens für den Athleten besonders wichtig ist. Aufgrund
der schnellen Resorption im Magen-Darm-Trakt verursacht Wheyprotein weniger
Magenprobleme und bewahrt vor einem Völlegefühl, das bei anderen Proteinarten
häufig auftreten kann.
Die Verarbeitung des Ausgangsrohstoffs Molke ist entscheidend für die
Wertigkeit des Wheyproteins. Molke entsteht als Nebenprodukt* bei der
Käseherstellung und muss noch weiterverarbeitet werden, um den hohen natürlichen
Milchzuckergehalt zu senken und ein möglichst reines Protein zu erhalten. Die
einfachste und am preiswertesten herstellbare Form eines Wheyproteins ist das
Wheyprotein-Konzentrat. Hierbei handelt es sich um ein Pulver mit einem
Eiweißgehalt von 75-85 %, 3-4 % Fett sowie 3-6 % Kohlenhydraten in Form von
Milchzucker.
Das nächste, qualitativ etwas bessere Wheyprotein ist das Wheyproteinisolat
mit einem Eiweißanteil von etwa 90 % und einem Fett- und Milchzuckeranteil von
weniger als 1 %. Wheyprotein-Isolat ist ein hochreines Molkeneiweiß mit sehr
niedrigem Milchzuckergehalt. Athleten, die ein solches Protein verwenden,
berichten kaum von Verdauungsproblemen, da hier der Milchzuckergehalt gegen Null
geht.
Die Herstellung von Wheyprotein-Isolat kann mit zwei unterschiedlichen
Verfahren erfolgen. Zum einen mit dem sogenannten Ionenaustausch-Verfahren (Ion-Exchanged
Whey Protein). Hierbei wird mit Chemikalien die elektrische Ladung des Proteins
verändert. Dadurch bindet dieses an spezielle Harze in einem Reaktionsbehälter,
wodurch ein sehr reines Protein entsteht. Zum anderen kann Wheyprotein-Isolat
mit dem Mikrofiltrationsverfahren hergestellt werden (Microfiltered Whey
Protein). Eine Methode, bei der mit Hilfe einer Mikrofiltration mit
Keramikfiltern (ohne dass der Rohstoff Kontakt mit Chemikalien hat) das
Endprodukt entsteht.
Ein mikrofiltriertes Wheyprotein gilt als das hochwertigste Protein aus der
Molke, denn durch den schonenden Verarbeitungsprozess bleiben die in der Molke
vorkommenden zahlreichen natürlichen Eiweißbestandteile erhalten, was bei einem
ionenausgetauschten Wheyprotein-Isolat nicht der Fall ist. Hierzu gehören u.a.
alpha Laktalbumin und Glykomakropeptide, die die Verdauung und Resorption
zahlreicher Mineralstoffe verbessern und das Immunsystem unterstützen. Außerdem
weist mikrofiltriertes Wheyprotein-Isolat einen höheren Calciumanteil sowie
einen niedrigeren Natriumgehalt auf. Wettkampfathleten profitieren von dem
niedrigen Natriumgehalt dahingehend, dass eine Minimierung der Zufuhr dieses
Mineralstoffes in der direkten Wettkampfvorbereitung hilft, die
Wasserspeicherung unter der Haut gering zu halten und auf der Bühne eine
optimale Muskelhärte präsentieren zu können. Mikrofiltriertes Wheyprotein-Isolat
ist daher nicht nur für gesundheitsorientierte Sportler, sondern auch für den
leistungsorientierten Bodybuilder in der Wettkampfvorbereitung die optimale
Proteinquelle.
Zusammenfassung Wheyprotein:
- Hohe Biologische Wertigkeit von 104
- Hoher Gehalt an BCAAs, damit regenerationsfördernde Wirkung
- Rasche Resorption im Verdauungstrakt, dadurch anabole Wirkung
- Leicht verdaulich, keine Verdauungsbeschwerden
Casein
Natürliches Kuhmilchprotein setzt sich zu 20 % aus Wheyprotein und zu 80 % aus
Casein (Biologische Wertigkeit 77) zusammen. Letzteres wird auf der Zutatenliste
von Proteinpulvern oft auch als Milcheiweiß deklariert. Trotz der niedrigen
Biologischen Wertigkeit gegenüber Wheyprotein besitzt Casein interessante
Eigenschaften. So weist dieses Eiweiß einen hohen Anteil an L-Glutamin auf,
einer Aminosäure, die durch Regelung des Flüssigkeitshaushaltes der Zelle in den
Proteinstoffwechsel eingreift.
Außerdem ist Casein durch seine langsame Verdauung und Resorption
gekennzeichnet. Gegenüber Wheyprotein, das rasch vom Körper aufgenommen wird,
wird Casein über mehrere Stunden hinweg langsam resorbiert. Dadurch eignet es
sich speziell vor dem Schlafengehen, um über Nacht eine konstante Versorgung des
Körpers mit Aminosäuren zu gewährleisten. Im Gegensatz zum "anabolen"
Wheyprotein wird Casein oft auch als "antikataboles" (den Gewebeabbau hemmendes)
Protein bezeichnet, da es durch den zeitverzögerten, gleichmäßigen Einstrom von
Aminosäuren ins Blut Studien zufolge effektiv den Eiweißabbau aus der Muskulatur
verhindern kann. Insbesondere in Phasen einer Kalorienreduktion (z.B. Diätphase)
ist es wichtig, stärkere Schwankungen des Aminosäurenspiegels im Blut zu
vermeiden, da es bei einem niedrigen Level an Eiweißbausteinen vermehrt zu einem
Abbau von Muskelprotein kommt. Zusätzlich kommt es durch die verzögerte Aufnahme
zu einem anhaltenden Sättigungseffekt, der oft gerade in der Diät erwünscht ist
sowie zu einer besseren Verdaulichkeit anderer, gleichzeitig zugeführter
Proteine.
Der Milchzuckergehalt bei Casein liegt je nach Verarbeitungsgrad bei etwa
4-10 %, also höher als bei Wheyprotein. Dadurch kommt es bei manchen Verwendern
zu Verdauungsproblemen. Athleten mit einer Milchzuckerunverträglichkeit
berichten oft von Völlegefühl und Blähungen nach dem Genuss von Casein. Bei
einer Milchzuckerunverträglichkeit (so genannte Laktose-Intoleranz) wird das
Enzym (Laktase) zur Spaltung des Milchzuckers nicht oder in nicht ausreichendem
Maß gebildet, woraus eine unvollständige Verdauung des Milchzuckers resultiert.
Dadurch gelangt dieser unverdaut in den Dickdarm, wo es zu Gärungsprozessen
durch die dort angesiedelten Bakterien kommt. Dadurch entstehen dann oft die
oben genannten Probleme. Statistiken zufolge leiden in Deutschland etwa 15 %
aller Personen unter einer Milchzuckerunverträglichkeit. Wer die genannten
Probleme nach einem Eiweißdrink häufiger bekommt, kann davon ausgehen, dass bei
ihm eine nicht optimale Milchzuckerverdauung vorliegt. Hier sollte besser auf
ein Eiweißprodukt mit niedrigem Milchzuckeranteil zurückgegriffen werden
Zusammenfassung Caseinn:
- Hoher Gehalt an L-Glutamin, einer für den Proteinaufbau besonders wichtigen
Aminosäure
- Verzögerte Resorption im Verdauungstrakt, dadurch Minderung des Proteinabbaus
aus der Muskulatur = antikatabole Wirkung
- Ideal für die Proteinversorgung vor dem Schlafengehen
- Guter Sättigungseffekt durch lange Verweildauer im Magen, hilfreich
insbesondere in der Diät
Eiprotein (Eialbumin)
Eiprotein wird relativ selten als alleiniger Rohstoff für Proteinpulver
verwendet, da sich der bittere Geschmack von getrocknetem Eiprotein nur schwer
in ein wohlschmeckendes Konzentrat umsetzen lässt. Daher tritt dieser Rohstoff
praktisch nur in Kombination mit anderen Proteinarten auf. Hergestellt wird
Eiprotein aus reinem Eiklar, dessen Biologische Wertigkeit bei 88 liegt. Damit
liegt es qualitativ zwischen den zuvor genannten Eiweißen.
Typisch für Proteinkonzentrate aus Eiklar ist der hohe Gehalt an
schwefelhaltigen Aminosäuren, denen gerade für die Hormonproduktion eine
besondere Rolle zukommt. Athleten mit einer Milchzuckerunverträglichkeit oder
gar einer Milcheiweißallergie können Eiprotein problemlos verwenden. Im
Bodybuilding wird Eiprotein besonders gern von Wettkampfathleten in der
unmittelbaren Vorbereitung eingesetzt. Manche Athleten berichten nämlich von
einer leichten Wasserspeicherung unter der Haut bzw. einer "dicken Haut" bei
regelmäßigem Genuss von Milchproteinen. Durch den Wechsel auf ein reines
Eiprotein könne dieses Problem erfahrungsgemäß beseitigt werden.
Zusammenfassung Eiprotein:
- Hoher Gehalt an schwefelhaltigen Aminosäuren (wichtig für die
Hormonproduktion)
- Ideal für Athleten mit Milchzuckerunverträglichkeit
- Keine Wasserspeicherung unter der Haut, daher ideal für die
Wettkampfvorbereitung
- Relativ hohe Biologische Wertigkeit
Sojaeiweiss
Sojaprotein ist zwar bereits seit Jahrzehnten auf dem Markt, verschwand jedoch
in den 90er Jahren mehr oder weniger in der Versenkung, um nun wieder ein
Comeback zu feiern. Ausgelöst durch die BSE-Problematik haben viele Hersteller
mittlerweile Sojaeiweiss wieder in ihr Programm aufgenommen. Die Biologische
Wertigkeit liegt mit etwa 80 in einem mittleren Bereich, jedoch für pflanzliche
Proteine relativ hoch.
Positiv zu bemerken ist der hohe Gehalt an L-Glutamin, einer für den
Proteinaufbau besonders wichtigen Aminosäure. Oft sind in Sojaeiweiss so
genannte Phytoöstrogene enthalten. Hierbei handelt es sich um die pflanzlichen
Östrogene Daidzein und Genistein, die in höheren Mengen auch beim Menschen
Wirkungen entfalten können. Ob diese Stoffe eher stärker als das natürliche
Östrogen wirken (was für männliche Sportler natürlich unerwünscht ist) oder die
vom Körper selbst produzierten weiblichen Geschlechtshormone eher blocken, ist
umstritten. Zusätzlich ist zu bedenken, dass viele Sportler Sojaeiweiss
allgemein schlecht vertragen und Verdauungsprobleme bekommen. Ebenso zu beachten
ist der vergleichsweise hohe Fettanteil.
Derartige Charakteristika treffen jedoch in erster Linie für
Sojaeiweiss-Konzentrate zu. Ein hochreines Sojeiweiss-Isolat weist die gleiche
Biologische Wertigkeit auf wie ein Konzentrat, ebenso einen hohen Anteil an
L-Glutamin. Von Vorteil sind hier jedoch die gute Verträglichkeit und der
geringe Fettanteil. Pflanzliche Östrogene sind in einem Sojaeiweiss-Isolat
typischerweise nicht zu finden. Von hoher Qualität und weltweit häufig für
Sojaprotein-Präparate eingesetzt ist der Rohstoff SUPRO. Wird SUPRO für die
Herstellung eines Produktes verwendet, so kann man von hoher Qualität ausgehen.
Zusammenfassung Sojaeiweiss-Isolat:
- Hoher Anteil an L-Glutamin, einer für den Proteinaufbau besonders wichtigen
Aminosäure
- Gute Verträglichkeit
- Niedriger Fettanteil
Milchprotein-Isolat
Ein bisher selten eingesetzter Rohstoff ist das so genannte Milchprotein-Isolat.
Milchprotein-Isolat besteht zu 80 % aus Casein und 20 % aus Wheyprotein. Der
entscheidende Vorteil von Milchprotein-Isolat besteht darin, dass es die
positiven Eigenschaften von Casein und Wheyprotein vereint. Durch den
Wheyproteinanteil kommt es einerseits zu einem raschen Einstrom von Aminosäuren
ins Blut mit daraus resultierender Anregung der Proteinsynthese, sprich der
"anabolen Wirkung". Dies ist gerade früh morgens oder nach dem Training ein
erwünschter Effekt. Andererseits werden die Aminosäuren des Caseins, dem zweiten
Anteil des Milchprotein-Isolats, langsam resorbiert, was zu der bereits
erwähnten "antikatabolen" Wirkung führt.
Zusätzlich ist der hohe Anteil an BCAAs im Wheyprotein zu bedenken, der
ergänzt wird durch den hohen Prozentsatz an L-Glutamin im Casein. Somit wirken
die beiden Proteinarten auch bezüglich der Regeneration und Optimierung des
Flüssigkeitshaushaltes der Zelle optimal zusammen. Bedenkt man ferner, dass der
Milchzuckergehalt von Milchprotein-Isolat in der Regel unter 1 % liegt und der
Proteinanteil über 90 %, so wird rasch klar, dass es sich hier um eine
hochwertige Proteinquelle handelt, die dem Athleten nicht nur optimale
Ergebnisse liefert, sondern auch eine gute Magenverträglichkeit aufweist.
Wettkampfathleten wissen den niedrigen Milchzuckergehalt eines
Milchprotein-Isolats außerdem in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung zu
schätzen, um die Wasserspeicherung unter der Haut zu minimieren.
Zusammenfassung Milchprotein-Isolat:
- Anabole Wirkung durch rasche Resorption im Verdauungstrakt (Wheyproteinanteil)
- Antikatabole Wirkung durch Minderung des Proteinabbaus aus der Muskulatur
durch verzögerte Aufnahme (Caseinanteil)
- Hoher Gehalt an BCAAs, damit regenerationsfördernde Wirkung
- Hoher Gehalt an L-Glutamin, einer für den Proteinaufbau besonders wichtigen
Aminosäure
- Optimale Verträglichkeit durch niedrigen Milchzuckergehalt
- Geeignet für die unmittelbare Wettkampfvorbereitung
Andere Proteinarten
Das Angebot an Proteinpräparaten ist inzwischen sehr groß. Für den Konsumenten
schon fast zu groß um einen Überblick zu bewahren. Ein deutliches
Unterscheidungsmerkmal ist heutzutage der Preis. Mit dem Ziel ihr neues
Eiweißprodukt auf dem Markt wettbewerbsfähig zu machen, bieten viele Hersteller
zu äußerst günstigen Preisen an. Um derart billige Eiweißprodukte anbieten zu
können schreckt manch ein Anbieter nicht vor illegalen Methoden zurück. So kommt
es vor, dass auf dem Etikett ein höherer Proteinanteil ausgewiesen ist, als der
tatsächlich im Eiweißpulver vorhandene.
Andere Hersteller setzen einfach minderwertige Rohstoffe ein um den Preis
ihrer Proteinpräparate so gering wie möglich zu gestalten. Häufig benutzt werden
dann z.B. Erbsenprotein oder Reiseiweiß, beides Proteine mit niedriger
Biologischer Wertigkeit. Das gleiche gilt für Weizeneiweiß, das in Verbindung
mit Wasser eine klebrige Masse bildet, die Kleber oder auch "Gluten" genannt
wird. Kartoffeleiweiß, das bei der Herstellung besonders billiger Eiweißpulver
ebenfalls oft eine Rolle spielt, ist selbst nicht als Konzentrat erhältlich, da
reines Kartoffeleiweiß Solanin enthält, das in hoher Konzentration ein stark
giftiges Alkaloid darstellt. Als Hydrolisat (enzymatisch gespaltenes Eiweiß) ist
Kartoffelprotein jedoch unbedenklich, da Solanin im Verarbeitungsprozess
zerstört wird.
Für all diese Proteine gilt gleichermaßen: Durch die niedrige Biologische
Wertigkeit stehen dem Sportler nur ungenügend lebensnotwendige Aminosäuren zur
Verfügung, so dass der Muskelaufbau nicht gefördert wird. Der Athlet zahlt viel
Geld für ein absolut minderwertiges Produkt, das der Körper einfach nicht zum
Aufbau von Muskelsubstanz nutzen kann.
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